Dissertationsprojekt Kornelia Engert

Zusammenfassung des Dissertationsprojekts

The Body of Knowledge: Fieldwork, Concepts and Theory in the Social Sciences

In der Tradition der wissenschaftssoziologischen Laborstudien fragt das Projekt nach den kulturellen Bedingungen der Produktion wissenschaftlichen Wissens. Am Beispiel der Soziologie geht es davon aus, dass das forscherische Repertoire aus einer Reihe von Wissenspraktiken besteht, die auf je spezifische Weise dazu dienen, Artikulationen möglich zu machen. Entlang dieser Wissenspraktiken- wie u. a. sprechen, schreiben, denken - untersucht die Dissertation, wie und durch welche akademischen und forschungsbasierten Methoden die Vorstellung von der sozialen Welt praktisch in eine soziologische Darstellung der Welt transformiert wird. Akademisch und praktisch sind dabei nicht als Gegensatzpaar, ähnlich einer Kontrastfolie aus Theorie und Praxis zu verstehen; vielmehr soll gerade die akademische Wissensproduktion als alltägliche Praxis in den Blick genommen werden.

Die Studie fokussiert nicht fertiggestellte Forschungsprodukte, sondern erforscht die Situationen, in denen soziologisches Wissen erzeugt wird und in Bewegung ist - etwa bei der Herstellung und Interpretation empirischer Daten oder beim Schreiben eines soziologischen Aufsatzes. In diesen alltäglichen Situationen artikuliert und zeigt sich soziologisches Wissen in vorläufiger und suchender, tentativer und kreativer Weise (etwa im Rahmen von Data-Sessions, in denen empirisches Material interpretativ gedeutet wird, oder in Schreibsituationen, in denen passende Formulierungen durchgespielt werden). Formulieren und Gestikulieren, Hadern und Ringen um soziologische Ausdrucksweisen geben dabei Hinweise auf beobachtbare Methoden und Intensitäten einer Artikulationspraxis, die in ihrer Hervorbringung mündliche und schriftliche, körperliche und kognitive Repertoires nutzt.

Die Dissertation will empirisch zeigen, wie sich

- situierte Gesprächsdiskurse als methodische Erörterungen ausdrücken und erkennbar werden;

- forschende Subjekte zum Denken animieren und hierzu "€šcognitive devices" verwenden;

- Daten und Erkenntnisse sowie relevante Literaturbezüge in vielfach überarbeiteten Forschungspapieren festschreiben.