Laufende Forschungsprojekte

DFG-Forschungsprojekt

Didaktische Objekte - ihre gewerbliche Entwicklung und Erprobung

Laufzeit 2014-2016

Ein wesentliches Kennzeichen von Gesellschaften ist die Präsenz von materiellen Objekten im sozialen Alltag der menschlichen Akteure. Objekte bewohnen die soziale Welt, sie nehmen an ihr teil und gestalten in einem gewissen Ausmaß die Abläufe des menschlichen Handelns mit. Hier setzt das Forschungsprojekt an und untersucht die Entwicklung und Erprobung didaktischer Objekte im gewerblichen Feld der Lehr- und Lernmittelindustrie. Lehr-Lernmittel werden einerseits zu Medien des Wissenstransfers andererseits zu paradigmatischen Objekten unterrichtlicher Praxis (etwa das Prisma in der Physik). Exemplarisch werden Entwicklungs- und Erprobungsprozesse empirisch beobachtet, die zum einen der immensen Präsenz und Haptik von Objekten in schulischen Räumen Rechnung tragen (klassisch-analoge Lehr- und Lernmittel). Zum anderen wird die Arbeit an Lehrmitteln untersucht, die im Zuge der zu-nehmenden Digitalisierung und Virtualisierung schulischen Wissens an Bedeutung gewinnt (digitale Darstellungsmedien). Die systematische Beobachtung der praktischen Entwicklung und Erprobung in den Betrieben und Unternehmen gibt Aufschluss über die Voreinstellungen für den Unterricht die in die Objekte eingegangen sind. Beobachtet werden Arbeitsabläufe, Verhandlungsstrategien und Vermittlungen ganz unterschiedlicher Akteure aus der Lehr- und Lernmittelindustrie, der Schulpraxis und den Fachwissenschaften an deren Ende das fertige Lehr-/Lernmittel steht: ein schulisches Artefakt als Materialisierung didaktisch curricularer Konzepte über die Art und Weise, wie (natur) wissenschaftliches Wissen zum Gegenstand unterrichtlicher Praxis wird.

Das Forschungsprojekt wird zusammen mit Prof. Dr. Jutta Wiesemann (Universität Siegen) durchgeführt.

DFG-Forschungsprojekt

Die Objektivierung von Urteilen in der institutionellen Kategorisierung von Schülern

Laufzeit 2013-2016

Verschiedene gesellschaftliche Institutionen sorgen für dauerhafte Kategorisierungen der Gesell-schaftsmitglieder. In modernen Gesellschaften fällt dabei der Institution Schule eine besonders herausgehobene Position zu. Hier setzt das Projekt an: Am Beispiel der schulischen Bewertungspraxis wird die Herstellung guter/schlechter, begabter/nicht-begabter Schüler untersucht. Die schulische Klassifikation gilt dabei als zuverlässige und institutionell verankerte Form, Individuen durch Markierung zu entmischen und damit Zugänge zu schulischen und professionellen Laufbahnen zu steuern. Zentral für diese Differenzierungspraxis sind erstens kontingente Lehrerurteile, die - aggregiert in Zensuren - die ‚Leistung‘ zugleich beschreiben und zuschreiben. Zweitens werden diese von Lehrpersonen vorgenommenen Klassifikationen durch institutionelle Verfahren der Schule objektiviert. Das Forschungsprojekt untersucht die schulische Klassifikation als ein soziales Drama, in dem ‚Leistung‘ und ihre Bewertung aufgeführt und dargestellt, angeeignet und unterlaufen, gespeichert und berechnet werden. Empirisch untersucht das Forschungsprojekt an Grundschulen und Gymnasien die schulische Bewertung als hierarchisierende Markierung von Personen, die institutionelle Differenzverstärkung sowie die Rechtfertigung und Aneignung der Klassifikation.

Das Forschungsprojekt ist Bestandteil der DFG-Forschergruppe FOR 1939: Un/Doing Differences.